Indem das Erzählen die Möglichkeit eröffnet, „Irreales als real und Reales als irreal erscheinen“ (Koschorke 2012) zu lassen, kann es als Technik der politischen Wahrheitsproduktion eingesetzt werden, um Legitimitäts- und Machtansprüche zu begründen. Insbesondere populistische Diskurse machen sich narrative Verfahren und epistemologische Erzählordnungen zu eigen, um einer neuen Wahrheit des Politischen ein imaginatives Fundamanent zu geben. Populistische Narrative stellen dabei nicht nur politische Dispositive infrage, sondern verhandeln ebenso das Verhältnis von faktualem und fiktionalem Erzählen. Inwieweit sich das Erzählen als genuin «politische Praktik» (Gadinger et al. 2014) erweist, soll auf drei Ebenen untersucht werden: Im ersten Teil des Projekts werden populistische Diskurse auf ihre genuine Literarizität hin analysiert (1. Ästhetisierung der Politik); neben diesen 'Erzählungen der Politik' untersucht der zweite Teil 'Erzählungen des Politischen', also fiktionale Gegenwartsliteratur, die auf populistische Diskurse rekurrieren (2. Politisierung der Ästhetik); und der dritte Teil verhandelt schließlich das epistemische Verhältnis von Literatur und Gesellschaft, Fiktion und gesellschaftlicher Wahrheit (3. Ästhetik der Wahrheit).

Politisierung der Ästhetik

Zweiter Teil

Politisierung der Ästhetik

Ästhetik der Wahrheit

Dritter Teil

Ästhetik der Wahrheit

Ausgewählte Publikationen

Carolin Amlinger: "Rechts dekonstruieren. Die Neue Rechte und ihr ambivalentes Verhältnis zur Postmoderne", in: Leviathan Jg. 48/H. 2 (2020) (im Erscheinen).
Carolin Amlinger: "Männerkörper und Textphantasien. 'Männerphantasien', literaturwissenschaftlich gelesen", in: Merkur Jg. 74/ H. 850 (März 2020), S. 65-74. PDF

Weiterführende Informationen & Kontakt

Universität Basel
Carolin Amlinger

Deutsches Seminar
Nadelberg 4
4051 Basel